Loan

Jan 29 2019

Die Pleite-Beichte von Sandra Völker: Für 50 000 Euro ins Dschungelcamp – Sport-Mix, kredit 50000 euro.

#Kredit #50000 #euro



Die Pleite-Beichte von Sandra Völker | Ich sollte für 50 000 Euro

Kredit 50000 euro

BILD am SONNTAG: 60 internationale Medaillen, 45 Titel bei Deutschen Meisterschaften – und dann Hartz IV. Was ist bei Ihnen schiefgelaufen, Frau Völker?

Sandra Völker (40): Es begann mit einer Wohnung, die ich mir 2001 in Hamburg gekauft habe. 120 Quadratmeter, mit Garten. Kurz danach ist ein Sponsor insolvent gegangen, der mir in den kommenden Jahren 800 000 Mark zahlen sollte. Dieser Sponsor sollte auch die Hälfte der Kosten bei der Gründung meiner Stiftung übernehmen, das habe ich dann auch gezahlt. Daneben hatte ich noch in Fonds investiert, die nicht gut gelaufen sind.

Ich war nach dem Ende meiner Karriere auf der schiefen Bahn, weil meine Ausgaben meine Einnahmen überstiegen haben. Ich hatte rund 100 000 Euro Schulden. Ich wollte die Wohnung schon damals verkaufen, aber davon wurde mir abgeraten. Ich habe dann relativ schnell die Reißleine gezogen und bin zur Schuldnerberatung. Am Anfang hatte ich das Gefühl, die nehmen mich nicht richtig ernst. Die dachten, dass mir mit meinem mit meinem Bekanntheitsgrad nicht viel passieren kann.

Ich war in einer Sackgasse gelandet und Hartz IV sollte der Ausweg sein. Aber auch hier glaubten sie mir am Anfang nicht. Mir wurde sogar unterstellt, dass ich ein Konto im Ausland habe. Bis ich den Bescheid bekam, vergingen mehrere Wochen. Wochen, in denen ich die Miete nicht bezahlen konnte, in denen mir Freunde mit Essen aushalfen. Damals hatte ich zum ersten Mal Angst vor dem Leben. Und dachte, dass ich außerhalb des Leistungssports nicht bestehen kann. Ich habe darüber nachgedacht, welchen Sinn das alles noch macht. Aber dann landete zum ersten Mal der Hartz-IV-Satz auf meinem Konto. Und es ging bergauf. Ich fand Arbeit bei einem Händler für vegane Nahrungsergänzungsmittel. Und meldete Insolvenz an.

Das hätten Sie auch schon früher tun können.

Stimmt! Aber ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass ich es irgendwie schaffe. Erst eine Hamburger Anwältin war so deutlich. Und es hat geholfen! Die Gläubiger sind mir mit ihren Raten entgegengekommen.

Sie waren sogar so pleite, dass Sie Ihre Medaillen versteigern mussten .

Das war 2014. Da musste ich alle Medaillen zur Auktion geben. Aber nicht nur die, auch die Urkunden, Badeanzüge und selbst meine Abendkleider. Wenn ich schon versteigern muss, dann wollte ich mich von allem trennen. Bei der Auktion kamen 67 500 Euro zusammen, aber auch davon ging einiges ab, unter anderem für das Auktionshaus.

Auch Interessant

Sie haben keine einzige Medaille mehr zu Hause?

Keine! Aber viele Menschen, die Sachen ersteigert haben, wollen sie gar nicht behalten. Sie wollen sie mir zurückgeben, wenn ich aus der Insolvenz rausgekommen bin. Das rührt mich zu Tränen. Ich will die olympischen Medaillen eines Tages meiner Tochter vererben.

Ihre Tochter ist acht Jahre alt, Ihre zweite ein halbes Jahr. Was weiß die ältere über Ihre Situation?

Ich lese ihr mein Buch vor. Aber wir sind erst am Anfang. In ihrem Alter kann sie noch nicht alles verstehen.

Wer bekommt denn die Einnahmen aus dem Buch?

Davon sehe ich erst etwas, wenn ich meine Schulden zurückgezahlt habe. Vorher fließt es in die Tilgung.

Gab es auch finanzielle Angebote, die Sie ausgeschlagen haben?

Die gab es vor allem vor meiner Insolvenz. RTL wollte mich für 50 000 Euro ins Dschungelcamp holen, es gab ein Angebot des Playboys, eins aus Katar und ein PR-Berater sagte, ich solle einen Tennis-Star daten. Das würde meinen Marktwert steigern. Ich habe alles abgelehnt.

Eine Schwimm-Nationalmannschaft aufbauen, ich wäre katarische Nationalschwimmerin geworden. Sie hätten mir für anderthalb Jahre eine fünfstellige Summe bezahlt. Aber ich habe abgesagt, ich bin zu heimatverbunden. Außerdem war ich mal im Trainingslager in Abu Dhabi, da habe ich die Luft geschnuppert, die da herrscht. Für eine Frau eher schwierig.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Sie mit Doping konfrontiert wurden.

Einmal ganz deutlich. Das kam aus dem Sportlerkreis, der Mann ist heute aber nicht mehr aktiv. Aber es wäre generell leicht gewesen, an Doping ranzukommen. Aber auch das habe ich abgelehnt.

Glauben Sie an einen sauberen Sport?

Ich bin sicher, dass es Sportler gibt, die nicht dopen. Aber die Situation ist schon frustrierend, vor allem, wenn man weiß, wie die Dopingfahnder in manchen Ländern arbeiten. In China müssen sie sich anmelden. Anmelden! Wer da noch erwischt wird, ist selber Schuld.

Sie galten während Ihrer Karriere nicht gerade als Freundin Ihrer Konkurrentin Franziska van Almsick.

Wenn wir sie nicht gehabt hätten, wäre Schwimmen sehr viel uninteressanter gewesen. Sie hat die Kameras an den Beckenrand geholt – und wir haben davon profitiert. Trotzdem hatte ich am Anfang damit zu kämpfen, dass sie die ganze Aufmerksamkeit bekommt, obwohl ich beim Schwimmen erfolgreicher war. Das war eine Herausforderung.

Lassen Sie uns von der Gegenwart reden: Von wie viel Geld leben Sie heute?

Das möchte ich nicht beantworten. Nur so viel: Es sind kaum Extras drin. Ich gehe nicht ins Kino oder ins Theater, im Urlaub war ich zum letzten Mal 2012. Aber das war kein richtiger Urlaub, denn da schwirrten schon die Sorgen wegen meiner Finanzen durch meinen Kopf.

Und wie hoch ist die Schuldenlast?

Das weiß ich gar nicht genau, im Moment macht meine Anwältin gerade den Insolvenzplan. Der muss jedes Jahr überprüft werden.

Ich bin in Elternzeit und habe wieder angefangen, Personal Training nach meiner eigenen Methode zu unterrichten und plane meine eigene Schwimmschule.

Wenn Sie aus der Insolvenz raus sind – womit werden Sie sich belohnen?

Ich gehe in die Therme und entspanne im warmen Wasser. Eine meiner liebsten Beschäftigungen. Aber wann es so weit sein wird, kann ich im Moment nicht sagen.

Mehr zu Sandra Völker

Sandra Völker Eine Olympia-Heldin verkloppt ihre Karriere

Mit rund 100 000 Euro steht Völker bei den Gläubigern in der Schuld. Nun kommt das Leben der Lübeckerin unter den Hammer.

Sie lebt von Hartz IV Olympia-Zweite versteigert ihre Medaillen

Sandra Völker kämpft weiter gegen ihren finanziellen Untergang. Jetzt versteigert sie ihre Medaillen.

Privat-Insolvenz Völker »Ich bin gescheitert!

Sandra Völker (39) ist eine der erfolgreichsten deutschen Schwimmerinnen. Doch privat steht sie vor dem Untergang.


Written by BUSINESS


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *